Kein YouTube, kein Instagram - Was ist da los?

Ich habe kürzlich ein paar Accounts gelöscht. Unter anderem Instagram und YouTube.

Der Abschied von Instagram fiel mir recht leicht. Ich habe weder eine gute Smartphonekamera, mit der man beeindruckende Fotos knipsen kann, noch Zeit und Lust ständig nach einem interessanten Motiv zu suchen. Als Nutzer, der sich über schöne Fotos von anderen freut, bekam ich von Instagram den Stinkefinger gezeigt. Immer wenn ich mir die neuesten Fotos anschauen wollte, wurde meine Timeline durcheinandergewürfelt. Alte Bilder waren auf einmal ganz oben und aktuelle Bilder habe ich gar nicht zu sehen bekommen. Das war insgesamt ziemlich frustrierend. Ich hatte meinen Account letztes Jahr vorübergehend deaktiviert und im Dezember nochmal reaktiviert. Es hat sich nichts an der Situation geändert. Obendrauf kommt der Umstand, dass Instagram zu Facebook gehört, einer Plattform der ich recht kritisch gegenüberstehe. Eigentlich möchte ich weder Facebook noch Tochterunternehmen durch meine Aktivitäten unterstützen. Es blieb nur eine logische Konsequenz: Den Instagram Account dauerhaft löschen. Ich kann ihn jetzt definitiv nicht mehr wiederherstellen. Ihr macht wundervolle Fotos, die ich gerne anschaue. Es liegt also tatsächlich an der Plattform an sich, dass ich gegangen bin.

Meinen Kanal auf YouTube zu löschen ist mir deutlich schwerer gefallen. Es ist ja nicht das erste mal, dass ich ein Projekt auf YouTube aufgebe. Früher – ich klinge schon wie Oma – habe ich die Plattform unterstützt und versucht mit meinen bescheidenen Möglichkeiten Hilfestellung für Youtuber zu geben, was sich letztendlich als Sisyphusarbeit herausstellte. 2014 habe ich dann Interesse an Gaming gefunden, aber bis heute nicht die notwendige Ausrüstung, Zeit und Gelegenheit im Gaming-Bereich etwas aufzubauen. Darüber hinaus bewegt man sich mit Let‘s Plays ständig in einer rechtlichen Grauzone und hat mit unrechtmäßigen Claims und seit 2017 auch Demonetarisierung zu kämpfen. Das alles ist aber nicht der Grund, warum ich den Kanal gelöscht habe. Die neuesten Änderungen am YouTube Partnerprogramm im Januar 2018 waren der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Bitte verstehe mich nicht falsch. Ich finde die Zulassung zum Partnerprogramm deutlich zu erschweren war ein sinnvoller und notwendiger Schritt, den YouTube gemacht hat. Auch wenn ich persönlich davon profitiert habe, war die Öffnung des Partnerprogramms und Monetarisierung für alle Kanäle einer der größten Fehler in der Geschichte von YouTube. Das soll jetzt aber nicht das Thema sein. Mein eigener Kanal war schon länger tot. Nach und nach habe ich Videos entfernt, bis keins mehr nach war. Der Kanal hat die Monetarisierung bereits mit Änderungen im Februar 2017 verloren, weil die Zahl der Aufrufe nicht mehr ausreicht. Immer wieder war ich am Überlegen, was ich mit dem Kanal machen könnte. Ich habe über Videoideen nachgedacht, überlegt ob es nicht sinnvoller wäre Videos auf Englisch zu produzieren und vereinzelt Anläufe genommen wieder aktiv zu werden die kläglich gescheitert sind. Letztendlich leidet die Reputation darunter enorm. Ich bin zu der Erkenntnis gekommen, dass ich unter den aktuellen Voraussetzungen nicht in der Lage bin interessante Videos zu produzieren und damit kontinuierlich einen Kanal auf YouTube aufzubauen. Ich stehe auf dem Standpunkt dass man ein solches Hobby entweder ernsthaft betreiben und anderenfalls ganz sein lassen sollte. Dann wäre da auch noch die EU-DsGV (EU Datenschutzgrundverordnung), welche im Mai 2018 durchgesetzt wird und es ziemlich riskant macht die eigenen Videos mit dem YouTube-Videoplayer auf der eigenen Webseite einzubetten. YouTube benutzt Cookies und bei jedem Aufruf einer Seite, auf der ein Videoplayer eingebunden ist, werden Daten an Server von YouTube/Google in die USA übermittelt. Darüber muss der Webseitenbetreiber die Nutzer umfassend und in leicht verständlicher Sprache aufklären. Es müsste auch ein nerviger Cookie-Hinweis auf der Webseite eingeblendet werden. Erkennst du das Problem? Außerdem kann YouTube einfach so ein Video sperren. Dazu muss es nicht mal gegen die hauseigenen Richtlinien verstoßen. Als reiner Videohoster ist YouTube also damit nicht mehr zu gebrauchen.

Ich kann ohne YouTube Account nicht mehr auf YouTube kommentieren oder Videos mit einem Daumen bewerten. Falls ich mich zu einem Video äußern möchte werde ich dafür andere Wege nutzen.

Livestreams anbieten ist in Deutschland auch riskant geworden, besonders wenn man in NRW lebt. Da kann man schon mal von der Landesmedienanstalt aufgefordert werden eine Sendelizenz zu beantragen. Dann hat man nur zwei Möglichkeiten. Entweder man beantragt eine Sendelizenz die teuer und mit Auflagen verbunden ist, oder man hört auf zu streamen. Wo soll das alles noch hinführen? Gronkh, ein großer YouTuber und Streamer auf Twitch, hat sich zu seiner aktuellen Situation in einem Video geäußert. Das kann man sich durchaus mal anschauen, auch wenn man selber kein Streamer ist.

Dennoch habe ich meinen Account auf Twitch behalten, damit ich über Amazon Prime mit dem kostenlosen Abo die Streamer unterstützen kann. Ich bin auch gerne im Chat aktiv. Von daher werde ich dort auch weiterhin präsent bleiben.

Meinen Twitter Account werde ich ebenfalls weiter mit Tweets aus dem Alltag füttern. Außerdem möchte ich den Kontakt zu lieben Menschen nicht verlieren, die ich auch im realen Leben bereits kennenlernen durfte.

Insgesamt habe ich den Eindruck, dass Social Media mir die Kreativität und Zeit raubt. Anstatt ewig auf den Monitor zu starren und darauf zu warten dass jemand etwas interessantes veröffentlicht, oder mir stundenlang Videos und Streams reinzuziehen, würde ich lieber selber etwas aktiver sein. Das lässt sich ab 2018 nicht mehr über Social Media Plattformen realisieren. Ich habe keine andere Möglichkeit als mich auf meine eigene Webseite zu konzentrieren und alles an diesem Ort zu veröffentlichen.

Das war ein kleiner Einblick in meine Beweggründe.

Habt noch eine schöne Zeit und genießt euer Leben!


Veröffentlicht am 27. Januar 2018 | Kategorie: Gedanken notiert